Azure vs AWS vs Google Cloud 2026: Der große Vergleich
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Cloud4. Januar 202617 Min.

Azure vs AWS vs Google Cloud 2026: Der große Vergleich

Welcher Cloud-Anbieter passt zu Ihrem Unternehmen? Ein detaillierter Vergleich von Preisen, Funktionen, Stärken und Schwächen für KMU-Entscheider.

Die Cloud-Entscheidung, die niemand leichtfertig treffen sollte

Die Wahl des Cloud-Anbieters ist eine dieser Entscheidungen, die ein Unternehmen für Jahre bindet. Es ist wie die Wahl eines Betriebssystems in den 90ern: theoretisch kann man wechseln, praktisch tut es weh. Deshalb lohnt es sich, einmal richtig hinzuschauen, bevor man sich festlegt.

Drei Anbieter dominieren den Markt: Amazon Web Services (AWS), Microsoft Azure und Google Cloud Platform (GCP). Zusammen kontrollieren sie über 70% des globalen Cloud-Marktes, der 2026 die 800-Milliarden-Euro-Marke geknackt hat. Aber wer ist der Richtige für Ihr Unternehmen? Spoiler: Die Antwort ist nicht „der größte".

AWS: Der Veteran mit dem größten Werkzeugkasten

AWS war zuerst da. Seit 2006 hat Amazon einen Vorsprung aufgebaut, der sich in über 200 verschiedenen Services manifestiert. Es gibt quasi nichts, was AWS nicht kann. Das ist gleichzeitig Stärke und Schwäche.

Stärke, weil Sie für jeden noch so speziellen Anwendungsfall etwas finden. IoT-Projekte? Gibt's. Satellitensteuerung? Ja, tatsächlich. Machine-Learning-Pipelines für Genomforschung? Kein Problem. AWS ist der Werkzeugkasten, in dem auch das obskurste Spezialwerkzeug liegt.

Schwäche, weil die schiere Menge an Optionen erschlagend sein kann. Allein die Preisliste hat über 500.000 Positionen. Kein Witz. Wenn Ihr IT-Team noch nie mit AWS gearbeitet hat, ist die Lernkurve steil – und die Gefahr, Geld für falsch konfigurierte Ressourcen auszugeben, real.

Wo AWS glänzt: E-Commerce (nicht umsonst ist es die Cloud von Amazon), Startups mit Skalierungsambitionen und Unternehmen mit komplexen technischen Anforderungen. Wenn Sie ein Entwicklerteam haben, das genau weiß, was es will, ist AWS oft die flexibelste Wahl.

Azure: Der Freund, der Ihre Office-Umgebung kennt

Microsoft Azure hat in den letzten Jahren massiv aufgeholt und ist AWS dicht auf den Fersen. Der große Trumpf: Integration. Wenn Ihr Unternehmen Microsoft 365 nutzt – und das tun in Deutschland die allermeisten – dann ist der Schritt zu Azure fast logisch.

Active Directory? Nahtlos verbunden. SharePoint, Teams, Outlook? Alles arbeitet zusammen, als wäre es ein System. Copilot, Microsofts KI-Assistent? Funktioniert am besten im Azure-Ökosystem. Für Unternehmen, die bereits tief im Microsoft-Universum stecken, ist Azure nicht nur eine Cloud-Option, sondern eine natürliche Erweiterung.

Dazu kommt: Azure ist bei Hybrid-Cloud-Szenarien ungeschlagen. Wenn Sie nicht alles in die Cloud geben wollen (oder können), sondern einen Teil Ihrer Infrastruktur on-premise behalten müssen – etwa aus Compliance-Gründen –, bietet Azure Arc eine einheitliche Verwaltungsoberfläche für beide Welten.

Wo Azure überzeugt: Unternehmen mit Microsoft-365-Umgebung, SAP-Workloads, Hybrid-Cloud-Strategien und alle, die Wert auf deutsche Rechenzentren und strenge Compliance legen. Azure hat Rechenzentren in Frankfurt und Berlin, inklusive des EU Data Boundary Commitments.

Google Cloud: Der Newcomer mit KI-Superkräften

Google Cloud hat den kleinsten Marktanteil der drei Großen, aber wächst am schnellsten – und hat ein paar Asse im Ärmel, die die Konkurrenz nicht hat.

BigQuery ist vermutlich das beste serverlose Data Warehouse der Welt. Wenn Sie große Datenmengen analysieren wollen, ist Google die erste Adresse. Dazu kommt Vertex AI, die umfassendste KI-Plattform auf dem Markt, und Gemini, Googles KI-Modell, das direkt in die Cloud-Services integriert ist.

Und dann ist da noch ein Punkt, der zunehmend relevant wird: Nachhaltigkeit. Google ist seit 2007 CO2-neutral und hat das ehrgeizigste Klimaziel aller Cloud-Anbieter: 24/7 emissionsfreie Energie bis 2030. Für Unternehmen, die Nachhaltigkeit nicht nur in der PowerPoint-Präsentation stehen haben wollen, ist das ein echtes Argument.

Wo Google Cloud überzeugt: Datenanalyse und Business Intelligence, KI-Projekte, containerisierte Anwendungen (Kubernetes wurde bei Google erfunden) und nachhaltigkeitsbewusste Unternehmen.

Der Preisvergleich – mit Vorsicht zu genießen

Preise vergleichen klingt einfach, ist es aber nicht. Alle drei Anbieter haben Preismodelle, die so komplex sind, dass sie eigene Berater-Teams beschäftigen. Trotzdem ein grober Anhaltspunkt für eine Standard-VM in Frankfurt:

Für 2 vCPU mit 8 GB RAM zahlen Sie bei AWS etwa 65 Euro im Monat, bei Azure etwa 60 Euro, bei Google etwa 55 Euro. Die Unterschiede werden bei größeren Konfigurationen proportional größer. Aber: On-Demand-Preise sind nur die halbe Wahrheit. Mit Reserved Instances (1-3 Jahre Commitment) sparen Sie bei allen dreien 30-60%. Google bietet als einziger Anbieter automatische Rabatte für kontinuierliche Nutzung – ohne Vorab-Commitment.

Der eigentlich teure Posten, den viele übersehen: Egress-Kosten. Also das, was Sie zahlen, wenn Daten Ihre Cloud verlassen. Das kann schnell ins Geld gehen, besonders wenn Sie viele Daten zwischen Cloud und On-Premise oder zwischen verschiedenen Regionen bewegen.

Unsere ehrliche Empfehlung

Bei Ovarna empfehlen wir der Mehrheit unserer KMU-Kunden Azure. Nicht weil Azure objektiv „besser" ist als AWS oder Google, sondern weil die meisten KMU bereits Microsoft 365 nutzen und die Synergieeffekte enorm sind. Deutsche Rechenzentren, starke Compliance-Features, nahtlose Integration – das sind handfeste Vorteile im Alltag.

Wenn Sie ein Technologie-Startup sind, das maximale Flexibilität und Skalierbarkeit braucht, schauen Sie sich AWS an. Wenn Datenanalyse und KI Ihr Kernthema sind, ist Google Cloud eine Überlegung wert.

Und wenn Ihnen jemand erzählt, Sie bräuchten Multi-Cloud (alle drei gleichzeitig): Für die meisten KMU ist das Komplexität ohne Mehrwert. Multi-Cloud macht ab 100+ Mitarbeitern und einem IT-Budget über 500.000 Euro pro Jahr Sinn. Darunter ist eine gute Single-Cloud-Strategie fast immer die bessere Wahl.

Was wirklich zählt: Probieren Sie es aus. Alle drei Anbieter bieten kostenlose Testphasen. Nehmen Sie einen echten Workload, migrieren Sie ihn testweise, und schauen Sie, wie es sich anfühlt. Die beste Cloud ist die, die zu Ihren Anforderungen passt – nicht die, die den größten Marktanteil hat.


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